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Kaninchenrassen stellen sich vor

Unser Angorakaninchen

 

Geschichtliches:

Angorakaninchen sind seit etwa 300 Jahren aus England bekannt. Sie zählten unter Heinrich dem VIII mit ihrer Wolle zu den Landeserzeugnissen, auf welche er eine Ausfuhrzoll erheben ließ. Das Langhaar ist erbbedingt und auf eine Mutation zurück zu führen. Die Anlagen für Filz- und Grannenbildung und sicher auch andere Eigentümlichkeiten sind an den Langhaarfaktor gekoppelt, der sich summieren läßt.

Seinen Namen hat das Angorakaninchen von der türkischen Provinz Angora (Ankara). Auch wenn die Literatur die Herkunft der Angorakaninchen aus Kleinasien nicht ausgeschlossen wird, so scheint es doch wahrscheinlicher, dass der Name von der langhaarigen Angoraziege abgeleitet ist. Frühere Bezeichnungen der Rasse in Deutschland waren unter anderem Seidenhase, Kaschmirkaninchen oder Rupfhase.

In Deutschland wurden 1777 die ersten Angoras eingeführt, die industrielle Verwertung der Wolle setzte in Deutschland mit dem ersten Weltkrieg ein und erlebte im Zuge des zweiten Weltkrieges einen Aufschwung. Heute sind die Vorzüge der Angorawolle allgemein anerkannt, sie stammt aber immer weniger von heimischen Züchtern, sondern wird für den industriellen Bedarf größtenteils aus Fernost importiert.

 

Zur Zucht

Die Zucht der Angrokaninchen hat einen eigenen Reiz darin, daß ihr Ergebnis gemessen und gewogen und der Wert der Wolle genau festgelegt werden kann. Größe, Körperform, Wolldichte, Schnellwüchsigkeit der Wolle, richtiges Verhältnis der Unterwolle und Granne, Filzfreiheit, Kräuselung und Rassemerkmale, um nur die äußeren Positionen zu nennen, müssen dauernd beachtet werden.

Zuchtziel ist ein mittelgroßes Kaninchen mit guter Körperform und ausgeprägtem Rassetyp. Hierzu gehören neben der reichlich entwickelten Wolle die Büschelbildung am Kopf und Ohren sowie der Behang an den Läufen.

Die Haltung und Pflege des Angorakaninchen erfordert Fachkenntnisse und eine regelmäßige Schur des Angorakaninchens ist unablässig. Auch der Kaninchenstall muss den besonderen Bedürfnissen dieser Rasse angepasst sein.

 

 

Merkmale des Angorakaninchens:

Das Fell des Angorakaninchens ist umgebildet zu einer ständig nachwachsenden Wolle, die regelmäßig (in Deutschland 4x jährlich) geschoren wird und industriell verarbeitet werden kann. Charakteristisch für die Rasse sind große Haarbüschel an den Ohren. Angorakaninchen existieren in verschiedenen Farbenschlägen, der am meisten verbreitete ist der albinotische, weiße Farbenschlag.

Zusammen mit den Fuchskaninchen, dem Zwergfuchskaninchen und dem Jamora bildet das Angorakaninchen in der Einteilung des ZDRK die Abteilung der Langhaarrassen.

 

Zuchtmerkmale:

Gewicht: Das Angorakaninchen ist eine mittelgroße, langhaarige Kaninchenrasse von etwa 2,50kg (Mindestgewicht) bis 5,25kg (Höchstgewicht).

Körperform, Typ und Bau: Der Körper ist leicht gestreckt, walzenförmig und bei genügender Breite und Tiefe des Rumpfes ausgeglichen. Die kräftigen Läufe sind mittellang, sie erscheinen der Wolle wegen kürzer und kräftiger als bei den Normalhaarrassen. Der Kopf ist breit, kurz und dicht am Rumpf angesetzt. Die Ohren sind kräftig und fest im Gewebe, werden aufrecht getragen und entsprechen in ihrer Größe dem Körper.

Wolldichte und Wolllänge: Das Wollhaar muss sehr dicht entwickelt sein, so dass der Haarboden (Fellhaut ) voll bedeckt ist. Den Wert der Wolle bestimmt die Dichte der Unterwolle. Je dichter das Wollvlies, desto wertvoller das Tier. Die Wolllänge soll mindestens 6cm betragen. Bei nicht geprüften Ausstellungstieren und in den Leistungsklassen wird eine Mindestlänge von 3,5cm verlangt. Die Wolllänge wird geschätzt.

Ausgeglichenheit der Wolle: Die Wolle muss am ganzen Körper des Tieres gleichmäßig dicht sein. Die Ohren sind gut behaart.

Wollstruktur: Das mischwollige Vlies, das aus den nachstehenden drei Haartypen besteht muss eine gesunde, kräftige, nicht zur Filzbildung neigende Struktur besitzen.

Die Unterwolle: besteht aus dem fein gekräuselten seidenweichen Wollhaar, das sich durch ein gutes Längenwachstum auszeichnen soll.

Der Grannenflaum: vermittelt in seiner Qualität zwischen Unterwolle und em Grannenhaar.Er ist länger und grober gewellt und endet mit einer feinen grannenartigen Spitze.:

Das Grannenhaar: überragt als ein etwas stärkeres gerade durchgehendes Haar das Wollvlies. Die Grannenspitze ist kräftig. Den Wert der Wollstruktur bestimmt die mittelfeine Unterwolle in Verbindung mit einem gut ausgebildeten Grannenflaum und dem an Länge überragenden, stärkeren Grannenhaar.

Rassemerkmale (Kopf- und Ohrenbehang, Behang der Läufe): Als Rassemerkmale gelten der Kopfbehang( Stirnbüschel und Backenbart), die Ohrenbüschel und der Behang der Läufe. Der Stirnbüschel soll schön ausgebildet sein, sollte aber nicht die Augen des Tieres verdekcne. Der Backenbart soll gut ausgebildet sein. Die Ohrenbüschel sollen sich über die Rundung am Ohrenende erstrecken. Der Behang an den Läufen ist gut ausgebildet.

Quellverzeichnis:

www. kaninchenzucht.de; Angorakaninchen-Wikipedia, Standard 2004

 
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